Ein Hoch auf Österreichs Sterneköch:innen

Einleitung
Essen ist mehr als nur Essen. Es ist Nahrung für die Seele, kann Ausdruck der Liebe sein und bringt Menschen zusammen. Es erzählt Geschichten, macht ein Land und seine Kultur sinnlich erfahrbar und schafft Erinnerungen, die sich im positiven Sinne festsetzen. Genauso kann Kochen mehr als nur Kochen sein: Es ist ein Handwerk, das zur Kunst werden kann. Für manche ist es eine Berufung, die dem eigenen Leben Sinn gibt. Und das Leben anderer unvorstellbar bereichert.
Österreichs Haubenköch:innen sind Botschafter:innen der Kochkunst. Aus Produkten, die der Boden hergibt, erschaffen sie wahre Meisterwerke mit ganz eigener Handschrift, die weit über den österreichischen Tellerrand hinausstrahlen. Hier präsentieren wir euch einige der besten Chefs de Cuisine des Landes, dank denen Österreich immer mehr zur kulinarischen Top-Destination wird. Vorhang auf!
Wiener Küche
Die Wiener Küche ist ein kulinarisches Erbe der kaiserlich-königlichen Habsburgermonarchie: ein Schmelztiegel, in dem Böhmen, Ungarn, Italien und der Balkan ihre Spuren hinterlassen haben. Aus dieser Vielfalt entstanden Gerichte, die bis heute nach Österreich schmecken – von feinen Mehlspeisen wie Buchteln, Marillenknödel, Kaiserschmarren oder Palatschinken bis zu kräftigen Klassikern wie Gulasch, Wiener Schnitzel oder Tafelspitz. Und sie trägt einen besonderen Titel: Als einzige Küche weltweit ist sie nach einer Stadt benannt.
Gleichzeitig war Wien immer schon Bühne und Salon – Essen als Ritual, Kaffeehaus als zweites Wohnzimmer, Genuss als leise Kunstform. Heute wird dieses Erbe zeitgemäß weitergeschrieben: leichter, saisonaler, oft vegetarisch gedacht und mit kreativen Ideen neu interpretiert. Tradition bleibt spürbar, aber sie wird nicht konserviert – sie wird serviert, geteilt und überraschend modern erzählt.
Spitzenköch:innen der Wiener Küche
Alpine Küche
Die kreative alpine Küche lebt vom Dialog – nicht nur zwischen Tradition und Gegenwart, sondern auch zwischen Küche und Landwirtschaft. Köch:innen arbeiten eng mit Landwirt:innen zusammen, kennen ihre Almen, Teiche und Reiferäume. Käse entsteht aus Heumilch, mit Geduld und Erfahrung, Fisch wächst langsam in klaren Gebirgsgewässern. Diese Produkte werden nicht versteckt, sondern inszeniert: reduziert, präzise, respektvoll.
Alte Techniken treffen auf neue Ideen, Fermentation auf feine Säure, Rauch auf alpine Kräuter. Für Gourmets wird Essen so zum Erlebnis mit Herkunft. Man schmeckt die Landschaft, die Menschen dahinter – und eine Haltung, die Qualität über Tempo stellt. Österreich zeigt sich hier still, selbstbewusst und überraschend modern.
Haubenköch:innen der Alpinen Küche
Bio-Küche
Viele Betriebe denken Küche heute ganzheitlich: vom eigenen Garten über regionale Netzwerke bis hin zu „root to leaf“ und respektvollem Umgang mit Ressourcen. Alte Sorten erleben ein Comeback, Handwerk wird neu interpretiert, Tradition nicht konserviert, sondern weitergedacht. So entsteht eine Bio-Küche, die tief verwurzelt ist und dennoch offen für Neues bleibt. Zwischen Almen, Seen und fruchtbaren Ebenen entsteht eine Küche, die nicht laut sein muss, um zu berühren. Hier wird gekocht im Rhythmus der Jahreszeiten, mit dem, was wächst, wenn es wächst – und mit dem Wissen, dass guter Geschmack Zeit braucht.
Karotten, die nach Erde und Sonne schmecken. Getreide, das Charakter zeigt. Kräuter, die nicht dekorieren, sondern erzählen. Österreich zeigt hier seine leise Stärke: nicht spektakulär, aber konsequent. Eine Küche, die Haltung hat – und genau deshalb lange nachklingt.
Haubenköch:innen der Bio-Küche
FAQs
In Österreich werden Spitzenrestaurants im Restaurantführer Gault&Millau mit Hauben ausgezeichnet. Die Michelin-Sterne stammen aus dem Guide Michelin und sind international besonders bekannt. Beide Systeme bewerten die kulinarische Qualität der Restaurants – Hauben werden von 1 bis 5 vergeben, Sterne von 1 bis 3.
International bekannt sind Heinz Reitbauer im Steirereck, Konstantin Filippou in seinem gleichnamigen Restaurant und Lukas Mraz im Mraz & Sohn in Wien.
Thomas Dorfer im Landhaus Bacher in der Wachau in Niederösterreich, Alain Weissgerber im taubenkobel im Burgenland, Philip Rachinger im Restaurant Ois im Mühltalhof in Oberösterreich, Benjamin Parth im Stüva im Hotel Yscla in Ischgl und Julian Stieger im Rote Wand Chef’s Table im Gourmethotel Rote Wand in Lech am Arlberg.
Bekannte Vertreter der Alpinen Küche sind Andreas Döllerer im Restaurant Döllerer und Vitus Winkler im Sonnhof im SalzburgerLand.
Immer mehr Köch:innen veredeln Bio-Produkte im Rhythmus der Jahrezeiten. Dazu zählen Peter Fankhauser im Guatz’s Essen im Zillertal in Tirol, Paul Ivić und Florian Burtscher im TIAN in Wien, Franziska Hiller im Restaurant Schwanen im Biohotel Schwanen im Bregenzerwald in Vorarlberg und Jeremias Riezler in der Walserstuba in Vorarlberg.