Tipps für sicheres Bergwandern
Bestens vorbereitet in Planung, Ausrüstung und Verhalten auf Österreichs Bergen

Naturerlebnis, körperliche Herausforderung und alpines Lebensgefühl sind beim Bergwandern für viele eine Offenbarung. Sicherheitsregeln zu beachten, ist dabei ein Muss.

Atemberaubende Ausblicke, abenteuerliche Naturerlebnisse und ein Gefühl von Freiheit, sobald der Gipfel erreicht ist: Wer einmal die Magie der Berge gespürt hat, kommt immer wieder zurück. Bergwandern begeistert immer mehr Menschen – ist allerdings weit mehr als ein Spaziergang. Bergwandern ist Wandern über der Waldgrenze, das heißt auf über 1.600 bis 1.800 Metern. Die Wege werden schmäler, beim Bergwandern bewegt ihr euch in (hoch)alpinem Gelände. Hier spielt das Wetter eine ebenso lebenswichtige Rolle wie Ausrüstung und Zeitplan. Und vor allem solltet ihr ehrlich einschätzen, ob ihr der geplanten Tour gewachsen seid.

Die Tipps für sicheres Bergwandern gehören deshalb unbedingt in jeden Rucksack.

Sicher Bergwandern

9 Tipps von Bergprofis

Der Österreichische Alpenverein und die Österreichische Bergrettung geben Empfehlungen für sicheres Bergwandern. Hier sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

1. Plant eure Tour sorgfältig
Informiert euch vor der Bergwanderung über Länge, Höhenmeter, Schwierigkeit und Wetterbedingungen. Wählt eine Route, die zu Kondition und Erfahrung passt. Nutzt verlässliche Karten und Apps, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Plant eine Alternative, falls sich die Bedingungen vor Ort gefährlich verändern. Und jemand sollte immer wissen, auf welcher Tour ihr seid.

2. Schätzt euch realistisch ein
Seid ehrlich zu euch selbst: Wie fit und erfahren seid ihr? Übernehmt euch nicht und passt euer Tempo an – vor allem, wenn Kinder dabei sind. Regelmäßige Pausen helfen, Kräfte zu sparen und die Tour zu genießen. Häufige Unfallursachen sind Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung.

3. Beachtet das Wetter
Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Checkt die Prognosen vor dem Start und beobachtet die Wetterentwicklung unterwegs. Kehrt bei Gewittergefahr oder plötzlich aufziehendem Nebel rechtzeitig um. Wir empfehlen diese Wetterseiten:

4. Wählt die richtige Ausrüstung
Tragt funktionale Kleidung, festes Schuhwerk mit griffiger Sohle und einen gutsitzenden Rucksack. Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, akustische Signalmittel, Regenschutz, Taschenlampe und ein aufgeladenes Mobiltelefon mit gespeicherten Notfallnummern gehören immer dazu. Kehrt bei einem Wettersturz rechtzeitig um oder sucht Schutz. Nässe, Kälte und Unterkühlung führen auch im Sommer schnell zu Leistungsverlust mit völliger Erschöpfung.

5. Achtet auf eure Trittsicherheit
Viele Unfälle passieren durch Stolpern oder Ausrutschen. Achtet auf eure Schritte, vor allem in steilem oder rutschigem Gelände. Falls ihr nicht schwindelfrei seid, meidet ausgesetzte Wege.

6. Passt aufeinander auf
In der Gruppe gilt: Bleibt zusammen und richtet das Tempo nach dem oder der Schwächsten. Achtet auf die Bedürfnisse der anderen und unterstützt euch gegenseitig. Gemeinsam starten, gemeinsam ankommen!

7. Seid auf Notfälle vorbereitet
Nie ohne Handy in die Berge! Im Notfall könnt ihr telefonisch die Bergrettung alarmieren. So reagiert ihr am besten in Notfällen:

  • Ruhe bewahren

  • Erste Hilfe leisten und Verletzte:n sichern

  • Notruf wählen (Alpinnotruf 140 oder Euronotruf 112, Vorarlberg Rettungsnotruf 144)

  • Unfallgeschehen und Ort möglichst genau schildern

  • Den Anweisungen folgen und am Unfallort warten, bis Hilfe kommt

  • Sparsam telefonieren, damit der Akku nicht ausgeht

8. Gönnt euch regelmäßige Pausen
Erholung ist wichtig – nicht nur für die Kondition, sondern auch für die Konzentration. Nutzt Pausen, um zu trinken, zu essen und die Aussicht zu genießen. Vernünftig ist eine gehaltvolle Nahrung, die den Magen nicht beschwert und Energie spendet. Immer ausreichend trinken – Dehydration kann zu einer Schwächung des Kreislaufs führen.

9. Handelt verantwortungsbewusst
Trefft Entscheidungen mit Bedacht und seid bereit, eure Pläne anzupassen. Sicherheit geht immer vor! Wenn die Bedingungen zu schlecht werden, ist Umkehren die beste Entscheidung.

Power für Gipfelstürmer:innen: Was essen beim Bergwandern?

Essen vor der Bergtour

Beginnt den Tag mit einem leichten Frühstück, reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornprodukte, magerer Käse, Müsli und/oder Obst. Diese liefern langanhaltende Energie und bereiten den Körper optimal auf die bevorstehende Anstrengung vor.

Essen und Trinken während der Bergtour

Unterwegs ist es wichtig, regelmäßig Energie nachzutanken. Leicht verdauliche Snacks wie Müsliriegel, Trockenfrüchte oder Bananen sind ideal, um den Blutzuckerspiegel zwischendurch stabil zu halten und den Mineralienspeicher aufzufüllen. Reichlich Wasser oder isotonische Getränke trinken!

Die Gipfel-Jause

Mit der richtigen Gipfel-Jause kann die Leistungsfähigkeit gesteigert werden: Kohlenhydrate liefern schnell Energie, Eiweiß fördert Muskeln und Konzentration, Fette liefern viele Kalorien. Komplexe Kohlenhydrate sind nachhaltiger als Zucker. Zu viel Fett reduziert die Ausdauer. Ideal sind z.B. Vollkornbrot mit Frischkäse, fettarmer Wurst oder Käse, Gemüsesticks und Obst.

Essen nach der Bergtour

Nach der Wanderung benötigt der Körper Nährstoffe zur Regeneration. Eine Mahlzeit mit hochwertigen Proteinen und Kohlenhydraten unterstützt die Muskelreparatur und füllt die Energiespeicher auf. Vermeidet sehr fette Speisen, sie können die Verdauung belasten.

In Österreich stehen rund 225 Hütten des Österreichischen Alpenvereins zur Verfügung.

Hier gibt's die höchsten Österreich-Gipfel zum Bergwandern

Die vielen Perspektiven von (Berg-)Wandern in Österreich

Wichtige Verhaltensregeln bei der Begegnung mit Weide-Kühen

Auf dem Weg zum Gipfel queren Bergwander:innen immer wieder Kuhweiden. Ein respektvoller Umgang mit den Tieren fördert ein harmonisches Miteinander. Hier sind fünf Tipps für ein sicheres Verhalten:

1. Abstand wahren

Kühe reagieren instinktiv auf Annäherung, besonders wenn Kälber in der Nähe sind. Ein großzügiger Abstand verhindert Stresssituationen und sorgt für Sicherheit. Tiere nicht berühren oder füttern – das kann unvorhersehbare Reaktionen auslösen.

2. Ruhiges Verhalten

Plötzliche Bewegungen oder Geräusche können Kühe aufschrecken. Ruhiges Gehen und eine gleichmäßige Körpersprache signalisieren, dass der Herde keine Gefahr droht. Deshalb aufmerksam bleiben und den Tieren Zeit geben, auf Abstand zu gehen.

3. Hunde anleinen und im Notfall freilassen

Hunde an der Leine führen und Herden großräumig umgehen. Mutterkühe sehen Hunde oft als Bedrohung für ihre Kälber. Der Österreichische Alpenverein empfiehlt: Bei Angriff einer Kuh den Hund sofort freilassen – er ist schnell genug, um zu entkommen.

4. Wege und Zäune respektieren

Markierte Wege nutzen und abgesperrte Weideflächen nicht betreten. Gatter nach dem Durchqueren sorgfältig schließen. Elektrozäune können unter Spannung stehen – also vorsichtig und mit Bedacht passieren.

5. Natur und Landwirtschaft achten

Almen sind nicht nur Erholungsgebiete, sondern auch Wirtschaftsflächen. Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und bäuerliche Betriebe ist essenziell. Abfälle mitnehmen, Trampelpfade meiden und mit Respekt gegenüber der Natur handeln.

Klimaschutz-Tipps

Wie schützen wir die Bergwelt?
  • Alles, was auf den Berg mitgebracht wird, auch wieder mitnehmen und entsorgen – Taschentücher, Verpackungen, Trinkflaschen etc.

  • Immer den beschilderten Wanderwegen nach! So bleiben Tiere und Jungwälder ungestört.

  • Achtsam mit der Tierwelt umgehen! Kühe, Schafe und Wildtiere nur aus der Ferne beobachten.

  • Das gut ausgebaute Netz an Regionalbahnen und Wanderbussen nutzen.

  • Hütten mit Umweltsiegel zur Einkehr wählen, die sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz engagieren.

  • Begeistert eure Kinder für die Natur! Was die Kleinen kennen, werden sie auch wertschätzen.

  • Biodiversität schützen: Die Ranger:innen der Nationalparks zeigen, wie’s geht.

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