Tipps für sicheres Bergwandern
Bestens vorbereitet in Planung, Ausrüstung und Verhalten auf Österreichs Bergen
Atemberaubende Ausblicke, abenteuerliche Naturerlebnisse und ein Gefühl von Freiheit, sobald der Gipfel erreicht ist: Wer einmal die Magie der Berge gespürt hat, kommt immer wieder zurück. Bergwandern begeistert immer mehr Menschen – ist allerdings weit mehr als ein Spaziergang. Bergwandern ist Wandern über der Waldgrenze, das heißt auf über 1.600 bis 1.800 Metern. Die Wege werden schmäler, beim Bergwandern bewegt ihr euch in (hoch)alpinem Gelände. Hier spielt das Wetter eine ebenso lebenswichtige Rolle wie Ausrüstung und Zeitplan. Und vor allem solltet ihr ehrlich einschätzen, ob ihr der geplanten Tour gewachsen seid.
Die Tipps für sicheres Bergwandern gehören deshalb unbedingt in jeden Rucksack.
Sicher Bergwandern
Der Österreichische Alpenverein und die Österreichische Bergrettung geben Empfehlungen für sicheres Bergwandern. Hier sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst:
1. Plant eure Tour sorgfältig
Informiert euch vor der Bergwanderung über Länge, Höhenmeter, Schwierigkeit und Wetterbedingungen. Wählt eine Route, die zu Kondition und Erfahrung passt. Nutzt verlässliche Karten und Apps, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Plant eine Alternative, falls sich die Bedingungen vor Ort gefährlich verändern. Und jemand sollte immer wissen, auf welcher Tour ihr seid.
2. Schätzt euch realistisch ein
Seid ehrlich zu euch selbst: Wie fit und erfahren seid ihr? Übernehmt euch nicht und passt euer Tempo an – vor allem, wenn Kinder dabei sind. Regelmäßige Pausen helfen, Kräfte zu sparen und die Tour zu genießen. Häufige Unfallursachen sind Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung.
3. Beachtet das Wetter
Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Checkt die Prognosen vor dem Start und beobachtet die Wetterentwicklung unterwegs. Kehrt bei Gewittergefahr oder plötzlich aufziehendem Nebel rechtzeitig um. Wir empfehlen diese Wetterseiten:
4. Wählt die richtige Ausrüstung
Tragt funktionale Kleidung, festes Schuhwerk mit griffiger Sohle und einen gutsitzenden Rucksack. Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, akustische Signalmittel, Regenschutz, Taschenlampe und ein aufgeladenes Mobiltelefon mit gespeicherten Notfallnummern gehören immer dazu. Kehrt bei einem Wettersturz rechtzeitig um oder sucht Schutz. Nässe, Kälte und Unterkühlung führen auch im Sommer schnell zu Leistungsverlust mit völliger Erschöpfung.
5. Achtet auf eure Trittsicherheit
Viele Unfälle passieren durch Stolpern oder Ausrutschen. Achtet auf eure Schritte, vor allem in steilem oder rutschigem Gelände. Falls ihr nicht schwindelfrei seid, meidet ausgesetzte Wege.
6. Passt aufeinander auf
In der Gruppe gilt: Bleibt zusammen und richtet das Tempo nach dem oder der Schwächsten. Achtet auf die Bedürfnisse der anderen und unterstützt euch gegenseitig. Gemeinsam starten, gemeinsam ankommen!
7. Seid auf Notfälle vorbereitet
Nie ohne Handy in die Berge! Im Notfall könnt ihr telefonisch die Bergrettung alarmieren. So reagiert ihr am besten in Notfällen:
Ruhe bewahren
Erste Hilfe leisten und Verletzte:n sichern
Notruf wählen (Alpinnotruf 140 oder Euronotruf 112, Vorarlberg Rettungsnotruf 144)
Unfallgeschehen und Ort möglichst genau schildern
Den Anweisungen folgen und am Unfallort warten, bis Hilfe kommt
Sparsam telefonieren, damit der Akku nicht ausgeht
8. Gönnt euch regelmäßige Pausen
Erholung ist wichtig – nicht nur für die Kondition, sondern auch für die Konzentration. Nutzt Pausen, um zu trinken, zu essen und die Aussicht zu genießen. Vernünftig ist eine gehaltvolle Nahrung, die den Magen nicht beschwert und Energie spendet. Immer ausreichend trinken – Dehydration kann zu einer Schwächung des Kreislaufs führen.
9. Handelt verantwortungsbewusst
Trefft Entscheidungen mit Bedacht und seid bereit, eure Pläne anzupassen. Sicherheit geht immer vor! Wenn die Bedingungen zu schlecht werden, ist Umkehren die beste Entscheidung.
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